Ochen Francis Augustine

Ich startete meine Schulausbildung 1990 in Uganda als Kriegsflüchtling. Ich war Halbwaise. Meiner betagten Mutter war es nicht möglich das Geld für die Schulgebühren zu bezahlen. Diese waren aber nicht so hoch und mit ein wenig Einsatz meinerseits konnte ich die Schulgebühren selbst bezahlen.

Für die Oberstufe in der Gemeindeschule (Panyadoli Selbsthilfe Sekundarschule) übernahm die Kirche Diocese von Torit, die Hälfte der Gebühren. Ab dem dritten Semester unterstützte mich eine andere Hilfsorganisation bis ans Ende meiner Ausbildung (Uganda Ausbildungszertifikat)

Von 2001 bis 2003 lebte ich zu Hause und hatte kaum Hoffnung auf eine weiterführende Aus-bildung. Niemand war da um mir zu helfen. Ich lebte als Familienoberhaupt und alle familiären Verantwortungen lagen bei mir. Ab 2004 sponserte mich, für 2 Jahre, Pastor Jackson Olega, über die Hilfsorganisation together, damit ich die Sekundarschule abschliessen konnte.

2008 bewarb ich mich nebst vielen anderen Studenten bei der Hilfsorganisation Windle Trust Uganda für ein Stipendium auf der Makere Universität in Kampala und wurde Gott sei Dank angenommen.

Diese Hilfe werde ich nie vergessen, es ist eine Geschichte, die ich meinen Kindern mal erzählen werde. Es ist der Beginn eines neuen Lebens für mich. Meiner Familie und sogar der ganzen Gemeinde wo ich leben werde, will ich zeigen, wie sich Respekt, Sorgfalt und Redlichkeit auswirkt und hoffe in meiner Wohngemeinde einmal etwas verändern zu können. Gott half mir durch schwierige Zeiten. Nur er kann euch vergelten, was ihr für mich getan habt.

Das aktuelle Hauptproblem ist, dass es keine Arbeit gibt. Speziell da ich jetzt in Juba lebe, wo die Korruption und die Vetternwirtschaft Alltag ist. Eine Arbeit bekommt man nur durch Freunde, Beziehungen oder die Regierung. Ausserdem erwartet man einige Jahre Berufs-erfahrung, um eine Anstellung zu bekommen.

Die feindliche Umgebung, ein Klima der Unhöflichkeit in der Gemeinde und die fehlende Sicherheit tragen auch nicht dazu bei, eine Stelle zu bekommen. Das sind leider Spuren, die der langjährige Krieg hinterlassen hat.

Eine weitere Herausforderung ist, dass jetzt auch meine Familie und meine Bekannten von mir Hilfe erwarten, weil ich ein Studium abgeschlossen habe. Aber ich kann Ihnen nicht geben was ich müsste, weil ich keine Arbeit habe.

Ich bitte sie: Helfen sie den Menschen im Südsudan, damit auch sie eine Chance für eine besser Zukunft haben und ihren Traum in die Schule zu gehen verwirklichen können. Meine Schulzeit hat mich verändert. Nur sie kann uns zu einer dauerhafte Lösung unserer Probleme führen.

Ich liebe das Studieren und möchte es auch weiter tun. Falls ich die Möglichkeit dazu erhalte, möchte ich den Master Graduierung erreichen.

Möge Gott Euch segnen.