Flüchtlingscamp Palabek

Uganda wird von Flüchtlingen regelrecht überflutet

Die Lage der südsudanesischen Flüchtlinge im Norden Ugandas ist nach wie vor dramatisch. Die UNO spricht von den momentan schnellst wachsenden Flüchtlingslagern weltweit. Seit Monaten überqueren pro Tag durchschnittlich 2‘000 Flüchtlinge die Grenze im Norden Ugandas und ersuchen dort um Asyl.

Das Flüchtlingslager soll bereits eine Grösse von mind. 10 Kilometer Länge und 6 Kilometer Breite haben.

Bewundernswerte, progressive Flüchtlingspolitik

Uganda pflegt nach wie vor eine bewundernswert offene Flüchtlingspolitik. Registrierte Flüchtlinge können sich im Land bewegen, dürfen Arbeit annehmen, bekommen ein kleines Stück Land zugeteilt, auf dem sie wohnen und das sie bebauen dürfen. So gleichen die Flüchtlingslager bald grossen Dörfern. Die Flüchtlinge müssen nicht wie in anderen Ländern zusammengepfercht in einem engen Camp leben, sondern können und müssen in einer dorfähnlichen Struktur ihre eigene Lebensgrundlage von Null auf neu aufbauen.

http://www.abc.net.au/news/2017-06-29/huge-influx-of-refugees-in-uganda/8661122

Herausforderungen im Flüchtlingslager

Die meisten unserer Leute aus Pajok leben jetzt in einem neu erstellten Flüchtlingscamp in Palabek, Uganda. Es wird derzeit auf frisch gerodeten Buschflächen erstellt. Die Versorgung mit Wasser und weiteren lebensnotwendigen Dingen erfordert Meisterleistungen der UNHCR und anderen NGO’s vor Ort. Nach aktuellen Berichten gibt es immer noch Mangel an Kleidung, Wasser, Nahrung, auch gibt es gesundheitliche Risiken wegen zu weniger Latrinen.

http://capitalradio.co.ug/poor-toilet-habits-posing-sanitation-challenges-lamwo-refugee-settlement/

Zudem kommt es leicht zu Aggressionen zwischen einzelnen Stämmen. Auch gab es Aufstände der umliegenden Bevölkerung, die sich vom ugandischen Staat vernachlässigt und benachteiligt fühlt. Eine solche Krise zu meistern erfordert wahrlich viel Geschick, Weisheit und bedarf grosser Ressourcen. Betet für die Verantwortlichen.

Erste Hilfsgüter

Dank grosszügiger Spenden konnten wir unserer Partnerorganisation TEP, einen schönen Betrag für die Besorgung erster Hilfsgüter überweisen. Jackson Olega konnte in Kampala, der ca. 440 Kilometer entfernten Hauptstadt Ugandas, Secondhand-Kleiderballen, Nahrungsmittel, Medikamente und weitere wichtige Utensilien für den Alltag besorgen.

Für die Lieferung ins Flüchtlingslager brauchte es eine Bewilligung der Regierung, welche ziemlich lange auf sich warten liess. So konnte der erste Transport leider erst Mitte Mai durchgeführt werden. Die Menschen freuten sich über den Besuch von Jackson Olega, auch über die mitgebrachten Hilfsgüter.

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Rückkehr in den Südsudan ?

In den letzten Wochen hat die südsudanesische Regierung Anläufe unternommen, die Bevölkerung zu einer Rückkehr zu bewegen. Doch die erneut traumatisierten Menschen denken nicht an eine Rückkehr, solange der Konflikt zwischen den zwei grössten Stämmen des Südsudans (Dinka und Nuer) um die Herrschaft und Macht im Land nicht beigelegt ist. Das kann Jahre dauern.

< 2017 Pajok, Südsudan – Palabek, Uganda